Radentscheid ernst nehmen: „Stadtspitze muss endlich Tempo machen“

Die Osnabrücker GRÜNEN sehen die aktuelle Entwicklung rund um die Iburger Straße mit großer Sorge. Dass die Stadtverwaltung die vom Rat beschlossenen Umweltspuren nun mit Verweis auf rechtliche Bedenken infrage stellt, ist aus ihrer Sicht ein falsches Signal.

Der Stadtrat hatte im Juli 2025 mit breiter Mehrheit beschlossen, auf der vierspurigen Iburger Straße zwei Umweltspuren für Busse und Radverkehr einzurichten. Rund ein halbes Jahr später erklärt die Verwaltung nun, dass dies aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Leichtigkeit des fließenden Kfz-Verkehrs und die Verkehrssicherheit rechtlich nicht möglich ist.

„Wer den Radentscheid ernst nimmt, darf sich nicht damit zufriedengeben, aufzuzählen, was angeblich alles nicht geht“, erklärt die Co-Vorsitzende der GRÜNEN, Luca Wirkus. „Der Rat hat eine klare Richtung beschlossen. Es ist Aufgabe der Verwaltung und der Stadtspitze, Wege zu finden, wie diese Beschlüsse umgesetzt werden können.“

Mehr als 10.000 Osnabrücker:innen hatten den Radentscheid 2022 unterschrieben, dessen Ziele der Rat anschließend mit großer Mehrheit übernommen hatte. Gerade an viel genutzten Hauptrouten wie der Iburger Straße müsse die Stadt deshalb Lösungen im Sinne des Radentscheids entwickeln.

Die GRÜNEN erinnern in diesem Zusammenhang an eine Aussage der damaligen Oberbürgermeisterkandidatin Katharina Pötter, dass der Verkehrsraum nur einmal verteilt werden könne und hier die Radfahrenden absolut ersten Zugriff haben müssten.

„Zur Klage zum Radentscheid, dem Urteil und zur Situation auf der Iburger Straße herrscht von der Stadtspitze dröhnende Stille“, stellt der Co-Vorsitzende Max Strautmann fest. „Das wirkt so, als interessiere sich die Oberbürgermeisterin nicht mehr für die Umsetzung des Radentscheids. Lippenbekenntnisse machen keine Straße in Osnabrück sicherer. Die Oberbürgermeisterin ist dank unseres Drucks am Anfang wie eine Tigerin gestartet, aber am Ende als Bettvorleger gelandet. Radpolitisch haben wir von ihr schon lange nichts mehr gehört.“

Wenn man wolle, dass mehr Menschen sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein können, müsse man gerade auf Hauptachsen mutig vorangehen. „Und die Iburger Straße ist da nur ein Beispiel. Abwarten setzt keinen Radentscheid um. Wir erwarten deshalb, dass die Verwaltung zeitnah konkrete Vorschläge vorlegt, wie die Situation für Radverkehr und ÖPNV dort deutlich verbessert werden kann“, so die beiden Vorsitzenden abschließend.